Impressum
Porta Westfalica -Holzhausen
Im Wandel der Zeiten

 

Herausgeber: Ortsgemeinschaft Holzhauses/Porta e.V.
U.i.S.d.P.: Helmut Macke, Ortsheimatpfleger
Lektorat: Ralf Depping
Umschlagbild: Willi Krückemeier
Fotos/Reproduktion: K.H. Weiß
Druck/Herstellung: Druckerei Jaensch & Ahrensmeyer, Gänsekamp 37, 32457 Porta Westfalica

 

Porta Westfalica im September 1985

Du kannst maaken wie et wutt, de Lüe küert doch.

Grußwort der Stadt Porta Westfalica
Die Ortsgemeinschaft Holzhausen/Porta gibt aus Anlaß ihres zehnten Ortsgemeinschaftsfestes die vorliegende Chronik für den Stadtteil Holzhausen heraus. Wir wissen, daß unsere Holzhauser Mitbürger diese Chronik gern in einem sich auf das Bestehen der Gemeinde beziehenden Jubiläumsjahr vorgelegt hätten. Doch leider ist es trotz aller Mühen und geduldigen Aktenstudiums nicht gelungen, zweifelsfrei das Entstehungsjahr der Gemeinde ausfindig zu machen, die bis Ende 1972 Holzhausen a. d. Porta genannt wurde, um eine Unterscheidung von den zahlreichen anderen Holzhausen zu ermöglichen.

 

Weil in den vergangenen Jahrhunderten der auf die Porta Westfalica hinweisende Zusatz nicht Bestandteil des Namens war, fehlten eindeutige Hinweise.

 

Aber auch das zehnte Ortsgemeinschaftsfest ist ein geeigneter Anlaß, eine Dokumentation über die Geschichte der Gemeinde zu präsentieren.

 

Diese Chronik dürfte nicht nur für die älteren Einwohner von Interesse sein, die sich persönlich an das eine oder andere in ihr aufgezeichnete Ereignis erinnern können, sondern auch für die jüngere Generation, die nicht zuletzt durch die Bemühungen der Ortsgemeinschaft und der sie tragenden Vereine ortsverbunden ist und sich einen gewissen Lokalpatriotismus erhalten hat.

 

Die Ortsgemeinschaft beweist mit dieser Chronik, daß der bisherige Katalog ihrer zahlreichen Aktivitäten noch erweiterungsfähig war.

 

Die Stadt Porta Westfalica ist froh, wenn sie bei ihren Bemühungen um die Verschönerung des Stadtbildes, bei der Wahrnehmung kultureller Aufgaben und anderen Notwendigkeiten zum Erreichen von mehr Lebensqualität in den Stadtteilen tatkräftig unterstützt wird. Sie ist der Ortsgemeinschaft Holzhausen sehr dankbar dafür, daß sie sich in diesen Bereichen mit Engagement betätigt.

 

Schäfer Dr. Berger
Bürgermeister Stadtdirektor

Ortsgemeinschaft Holzhausen/Porta e. V. - Grußwort 

 

Die Ortsgemeinschaft Holzhausen/Porta e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle kulturellen und gemeinschaftlichen Belange des Ortes nach Kräften zu fördern. Ganz in diesem Sinne ist auch die Herausgabe der vorliegenden Ortschronik zu verstehen, welche anläßlich unseres 10. Ortsgemeinschaftsfestes erscheint.

 

Wir hoffen, damit bei allen Holzhauser Bürgern das Bewußtsein der örtlichen Eigenständigkeit und Besonderheit zu bewahren, um nicht ganz im Gemeinschaftskonzert der 15 Dörfer, die zur neuen Stadt Porta Westfalica zusammengeschlossen wurden, unterzugehen.

 

Es war uns dabei ein besonderes Anliegen, den Umfang (und damit auch den Preis) des Buches soweit zu begrenz,en, daß es für jeden Holzhauser Bürger erschwinglich bleibt. So wurde bewußt darauf verzichtet, das Urbar von 1682 für alle 66 Stätten komplett abzudrucken.

 

Unser besonderer Dank gilt der Stadtsparkasse Porta Westfalica, der Spar- und Darlehnskasse Minden - Porta Westfalica und nicht zuletzt auch der Stadt Porta Westfalica für ihre großzügige Unter­stützung unseres Projektes. Herzlichen Dank auch an alle Holzhauser Bürger und Vereine, die den größten Teil des Bildmaterials zur Verfügung gestellt haben und auch durch manchen wertvollen Rat an der Entstehung der Chronik mitgewirkt haben. Dabei möchten wir es nicht versäumen, Willi Krückemeier für die Gestaltung des Umschlagbildes und Horst Liesegang, der uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat, in Dankbarkeit zu erwähnen.

 

Helmut Sigges Helmut Macke
Ortsgemeinschaft Ortsheimatpfleger Holzhausen/Porta e.V.

 

Vorwort
In einer der schönsten Gegenden Norddeutschlands an der Westfälischen Pforte im Großen Weserbogen liegt Holzhausen, in Urkunden auch "Holthusen" oder plattdeutsch "Holsen" genannt.
Auf einer Fläche von 908 ha bzw. 3.632 Morgen leben hier ca. 3.650 Einwohner. Von den sandigen und steinigen Böden des Heesens und des Findels über die ertragreichen Waldböden im Ostteil bis zur fruchtbaren Masch entlang der Weser sind in Holzhausen die verschiedensten Böden anzutreffen. Die höchste Erhebung unseres Ortes ist die Huxhöhe mit 96,9 m über NN.
Das Alter von Holzhausen ist nicht eindeutig feststellbar. Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1099, doch sprechen einige (wenn auch ungesicherte) Erkenntnisse dafür, daß Holzhausen noch um einiges älter ist.
Seit dem 1. Januar 1973 gehört Holzhausen als ein Stadtteil zur neugegründeten Stadt Porta Westfalica.

 

Die vorliegende Ortschronik macht den Versuch, einmal die geschicht­liche Entwicklung Holzhausens nachzuzeichnen. Die reinen Daten und Fakten der Geschichtsschreibung bleiben dabei bewußt im Hintergrund. Vielmehr soll versucht werden, das Leben der Menschen hier in Holzhausen zu beschreiben: die Darstellung von Arbeit, Freizeit, Brauchtum und Gemeinschaft spiegeln die Geschichte des 'kleinen' Mannes viel besser wieder als alle objektiven Daten der Geschichtsschreibung. Die Ortschronik kann und will dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

 

Vor allen Dingen aber hoffen wir, daß bei diesem Buch immer der Spaß an der Lektüre im Vordergrund stehen wird: die Freude des Erinnerns und Wiedererkennens für die alten und alteingesessenen Bürger ist uns dabei genauso wichtig wie der Spaß, den es den jungen und den neu hinzugezogenen Bürgern unseres Ortes hoffentlich bereiten wird, einmal die Vergangenheit Holzhausens zu erkunden.

Holzhauser Tracht 1905
Holzhauser Tracht 1905

Gedanken im Alter

Wenn man älter wird im Leben,
hört es auf mit allem Streben.
Langsam wird von selbst der Schritt,
das Leben geht weiter , doch man kommt nicht mehr mit.

 

Ist man alt, dann geht der Gang
oft auf den Friedhof, den Gräbern entlang,
ach, wie manche schöne Stunden
hat uns mit den hier Ruhenden einst im Leben verbunden.

 

Die Monate verschwinden, wie früher die Wochen,
den Regen verspürst du schon vorher in den Knochen.
Ein Jahr geht dahin wie der Wind,
manchmal mußt du überlegen, wieviel es schon sind .

 

Die Jugend war die schönste Zeit in meinem ganzen Leben,
Freud und Frohsinn lag bereit, ich konnt' beliebig davon nehmen.

 

Zwei Kriege durfte ich überleben
und manchen schweren Schicksalsschlag,
doch nicht alles ging daneben,
es gab auch manchen Freudentag .

 

Vom Krieg darf ich auch noch verraten,
in meiner Schulter steckt immer noch ein Splitter von russischen Granaten.

Wenn ich nun gefragt werde, was ist Glück, so muß ich sagen:
Wenn ein alter Mensch sich gut aubgehoben weiß
und nicht abgeschoben wird aufs Abstellgleis
und er selbst dann merkt, daß er noch gebraucht kann werden,
daß ist ein großes Glück auf Erden.

 

Heinrich Fasse
Holzhausen , 92 Jahre alt