Gut Amorkamp

Ob die Herkunft des Namens "Amorkamp" vom römischen Liebesgott Amor abstammt kann nicht nachgewiesen werden. Vom 13.-15. Jhdt. war Amorkamp eine Besitzung der Mindener Bischöfe. 1316 wurde es erstmalig als Lehen des Mindener Bischofs an einen Ritter (Norbert von Hilbertinghausen) genannt. Ab 1520 soll dann Johann von Olden (auch gelegentlich "von Alten" genannt) Lehnsträger und somit auch Mitglied in der mindischen Ritterschaft gewesen sein. Lehnsträger waren Vasallen - Landsknechte - des jeweiligen Landesherrn. Die Lehensgeber waren bis zum Ende des 30-jährigen Krieges (1648) die Mindener Bischöfe. Danach herrschte der Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg bzw. seine Nachfolger. 1650 verstarb der letzte von Oldensche Lehensträger, Bernd von Olden, ohne männliche Erben, am 13. Oktober 1650. Das Lehen verfiel. Im gleichen Jahr herhielt Johann Friedrich von Grone das Lehen "mit den Gütern so hiervor die von Olden zum Amorkampe getragen". An die "übrig gebliebenen" - mittlerweile verheirateten -  Töchter von Grones (Gertrud Nissel, Sophie von Korf und Anna Marie von Wartensleben) zahlte von Grone 1.000 Taler in bar. 

 

Seit 1753 im Besitz der Freiherren von Schellersheim (genauso wie das Schierholz)-  liegt es versteckt im Wald.  Dieses erwarb Christoph Friedemann von S. für einen Kaufpreis von 28.000 Talern. Ein "einfaches" Gebäude aus dem 18. Jahrhundert ist von uralten Bäumen und einem Wassergraben und Teichen umgeben.  1761 übernahm Regierungsrat Christoph v. Schellersheim das Gut von seinem Vater. Dieser blieb kinderlos und vermachte es seinem Neffen, dem Kriegsrat Friedemann Heinrich -Christian Ludwig von Schellersheim. 

 

1897 meldet August von Schellersheim, Majoratsherr und Ziegelherr, den Betrieb einer Ziegelei an. In den 20er und 30er Jahren des 20 Jahrhunderts nannte man die von Schellersheims "Bronns"= Baron , was auf ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Bürgern und Adelsfamilie schließen lässt. 

1964 erwarb der jetzige Besitzer den heruntergekommenen Besitz vom letzten v. Schellersheim, Freiherr Diomed Andreas Friedmann Theodor Xaver Paulus Maria von Schellersheim (geb. am 3.12.1897 auf Gut Amorkamp). Damit endete nach 200 Jahren (seit 1753 als Johann Andreas Frhr. v. Schellersheim die Güter Amorkamp und Schierholz) die Ära einer bedeutenden Familie, die in Holzhausen 1900 Morgen Land besessen hatte und aus der hohe Würdenträger und Offiziere hervorgegangen waren. Der "letzte v. Schellersheim" (Diomed v. S * geb. 3.12.1898 auf Gut Amorkamp) hatte eine aufwendige Lebensführung. Er versuchte noch durch einen Prozess den Verkauf zu verhindern - vergebens. In Erinnerung blieb, dass er in einem schnittigen, roten Borgward-Isabella-Kabriolet, mit Familienwappen auf den Autotüren, Schiebermütze und rotem Schal durch Holzhausen fuhr. Er starb am 25.08.1968 und wurde auf dem Holzhauser Friedhof begraben. 

 

Neuer Besitzer des noch gut 4 Morgen großen Gutes wurde der Unternehmer Edgar Spier, der auch einige Modernisierungen veranlasste. "Bekannt" wurde Spier auch, dass er die Wittekindsburg 1995 erwarb, um sie zu sanieren. Gemeinsam mit dem Ehepaar Spier lebte Diomed v. Schellersheim  (Wohnrecht) noch rund zwei Jahre auf Gut Amorkamp. Er musste wohl auch des öfteren „freigekauft“werden. Vor allen Dingen aus der Gaststätte „Klingenberg“ am Südkamp, wenn er mal wieder zu viel Alkohol getrunken hatte und kein Geld mehr hatte.

 

Der Bruder Diomeds, Harald Freiherr von Schellersheim (geb. 6.Juli 1905), erbte das Gut Eisbergen und starb am 14. Juni 1987.Die Trauerfeier fand am 19.06.87 auf dem Eisberger Rittergut statt, die anschließende Beisetzung auf dem Esiberger Friedhof. In erster Ehe war er mit Rosemarie von Oheimb verheiratet, aus diese Ehe erwuchsen die Töchter Wilfriede (verh. Strawson) und Karin (verh. Westerberg) .Mit Christoph von Schellersheim, Sohn aus zweiter Ehe mit Ruth Brüggemann, lebt der Name in Eisbergen fort. Die Tochter Irmgard ist eine verh. Tengelmann.   

 

Um 1900 betrieb der Gutbesitzer "in der Nachbarschaft" (Amorkamp-Hitzepohl) eine Feldbrandziegelei, bei der aus dem vorgefundenen Lehm-Tongemisch per Handabstrich Ziegelsteine geformt wurden. Danach wurden sie in kegelförmige Meiler gebracht, wo sie aushärteten. Auf Vorschlag der Ratsmitglieder Friedhelm „Fitti“ Oldemeier und Fritz Marggraf wurde 1989 der Straßenname: Feldbrandstr. - unweit des Gutes Amorkamp – vergeben.