Schulwesen in Holzhausen

Alte Schule Gänsemarkt 

Die ersten Schulen im Raum Deutschland gab es bereits im Mittelalter: Klöster. Es waren  sogenannte mittelalterliche Lateinschulen, benannt nach dem Hauptunterrichtsfach. Im Spätmittelalter entstanden die ersten deutschsprachigen Schulen. Im Gegensatz zu den Pfarrschulen wurden die Stadtschulen von der Bürgerschaft und städtischen Behörden bezahlt.

In Nachbarschaft unserer Kirche wurde die Schule am Gänsemarkt ab 1682 als Schule genutzt - ggf. wurde hier auch schon ab 1650 Schulunterricht erteilt. Lehrer Schalk hatte einen großen Garten, in dem auch Unterricht stattfand. Da sie auf dem Kirchengelände stand, musste ein Zinsgeld i.H.v. 9 Groschen gezahlt werden - jährlich! 

Am 28. September 1717 wurde vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm I, die Schulpflicht in Preußen eingeführt. Zuvor hatte die Bildung in Preußen nicht unbedingt zu den herausragendsten Errungenschaften des Staates gehört. Außerdem war auch nicht genug Geld vorhanden, um den Bau der Schulen sowie die Lehrkräfte zu bezahlen. Nicht zuletzt mussten die Kinder oft für ihre Eltern arbeiten. Eine Schule auf den Dörfern war zu dieser Zeit eine Seltenheit, später kultivierte Friedrich der Große das Schulwesen und baute es aus. 1754 wurde die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Das Gebäude am Gänsemarkt wurde bis 1892 als Schule genutzt, danach war hier unter Leitung des Rektors Westphal die erste Poststelle in Holzhausen. Danach (1894) wurde die „alte Schule an der Kreisstr.“ (=Sparkasse) erbaut – mit einem Klassenzimmer und Lehrerwohnungen, bis schließlich 1896 ein neues Schulgelände am Schnakenborn gefunden und bebaut wurde. Dieses Gebäude hatte dann schon zwei Klassenzimmer und 2 Lehrerwohnungen. Die Einweihung fand am 29. Okt. 1897 statt.

Auch eine offizielle Spinnschule war einst in Holzhausen angesiedelt - jedoch liegt das fast 200 Jahre zurück. Damals war das Spinnen ein beliebter (und nützlicher) Zeitvertreib auf den heimischen Höfen. Doch für die Kirche war es etwas Sündiges, den nach den Spinnstunden am Abend wurden die Spinnräder an die Seite gestellt und es wurde auf der "groten Diele" getanzt. Die argwöhnischen Blicke der Pastoren richteten sich nämlich auf die Knecht- und Magdkammern, die oftmals neben der Diele lagen, und somit eine "große Versuchung" darstellten. Deshalb wurde beschlossen, Spinnschulen einzurichten und Holzhausen (und Eidinghausen) wurden hierfür vom Kreis als Standorte auserkoren. Mit Verfügung vom 13. Febr. 1836 wurden seitens der Regierung 2.000 Reichsthaler pro Jahr für die Einrichtung und Folgekosten bewilligt. Daneben sollte aber auch ein Schulgeld gezahlt werden. Die Gemeinde Holzhausen musste das Schullokal tragen (incl. Heizung und Beleuchtung), und die Leitung hatte ein Herr Junkermann von der Bielefelder Leinenindustrie. Ihm zur Seite stand der Schulvorstand, der sich aus dem Vorsteher Hanke und den Colonen Bülte, Tebbe und Kühme zusammensetzte. Herr Cäsar (Gut Rothenhoff?!) organisierte die Verwaltung der Spinnschule und stellte persönlich Spinnräder und weitere Gebrauchsgegenstände zur Verfügung. Jedoch wurde diese Schule seitens der Bevölkerung nicht bzw. kaum angenommen. Der Holzhauser Pastor Dr. Schrader schrieb dazu." die behördliche Spinnstube mußte wegen mangelnder Theilnahme aufgelöst werden. Eine spätere Zeit ist vielleicht günstiger". Am 14. September 1846 wurde das "Kapitel Spinnschule" auch behördlich für beendet erklärt. 

 

Nach dem 2. WK wurde die Räume der alten Schule (Sparkasse) von 1951 bis 1964 als landwirtschaftl. Berufsschule des Kreises Minden genutzt.